Samstag, 28. Februar 2015

Freitag, 27. Februar 2015

Mit deinen Augen

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Gedankenfäden

Heute, der 27. Februar.
Gestern war auch heute, der 26. Februar. Am 24. Dezember war auch heute, und morgen wird auch heute sein. Heute wurde ich geboren, heute verlasse ich diese Welt, quasi.

Bis dahin steht auf meinem Schreibtisch heute ein weißer Teller, drauf ein roter Apfel. Und der Schwanz von Katze Kiki ist heute auf der gleichen Seite wie gestern.

Ich spinne gerade so vor mich hin, dass es auf der Welt ungefähr 7.228.072.985 Menschen gibt. Kein einziger Mensch auf diesem Erdenrund hat aber denselben  wunderbaren Ausblick auf einen Teller mit rotem Apfel, wie ich. Auf meinen weißen Teller mit rotem Apfel. Die, jetzt schon 7.228.083.564 Menschen auf unserem Planeten, sehen alle, jeder für sich, in derselben Sekunde,  etwas ganz anderes.

Unsere Blicke zerfetzen die Realität milliardenfach und schicken diese Fetzen per WLAN an unsere Gehirne. Ungezählte, meist bewusst kaum wahrgenommene Bildteile fliegen durch unsere Augen. Dort im grauen Zentralorgan der schultermittigen Oberwelt wird dieses Kuddelmuddel umständlich  bildverarbeitet und dann blitzschnell zu komischen Gefühlen und Empfindungen transformiert und unsere Fantasie damit genährt.

Mein Gehirn gaukelt mir also vor, dass mein Apfel rot ist. Ich würde so gerne diesen Apfel mit deinen Augen sehen. Ja, mit deinen, der, die, das gerade diese Zeilen liest. Weil du ja scheinbar nicht Besseres zu tun hast.

Also, könnte ich den Apfel mit deinen Augen sehen, wäre das möglicherweise ein Schock für mich. Ich würde vielleicht feststellen, dass mein Apfel, aus meiner Sicht mit deinen Augen gesehen, eigentlich grün ist, du ihn nur rot zu sehen glaubst, weil dein Gehirn es dir so befiehlt. Claudia Roth, die Grüne, wäre, aus meiner Sicht mit deinen Augen gesehen, dann Claudia Grün, die Rote. Und vielleicht so schön, dass sie Miss Germany sein könnte.

Weißt du was? Ich warte lieber, bis einer aus der Karibik vorbeischaut. Ich würde meinen Apfel auf meinem weißen Teller, aus meiner Sicht mit seinen Augen, vielleicht als tiefazurnes Meer mit weißem Segelboot sehen. Das wäre der richtige Schock für mich. Meinst du nicht?

Du bist mir doch nicht böse, oder?

Donnerstag, 26. Februar 2015

Tauben

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Weiße Tauben, weiße Tauben
sollen uns den Frieden grüßen.
Wenn die bösen Männer bloß nicht
sie uns kalt vom Himmel schießen.
Während Kinder, Frauen darben,
trägt die Welt des Kriegsgelüsters
Wunden, Narben.


© Lisa Nicolis
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Dienstag, 24. Februar 2015

Es zwitschert schon

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Gedankenfäden


Sheng Fui, Thai Chi, Hatschi und andere Geräusche- suggerierende  Philosophien aus dem Fernen, Mittelfernen und Nahen Osten besagen, dass man einen Baum umarmen soll, um die eigene Körperhaltung zu korrigieren.

Wenn dem so ist, müsste mich mein Mann schonungslos für paar Stunden um einen Baum binden. Effektiver wäre es für paar Tage, nur fürchte ich, dass auch diese Maßnahme zu spät käme. Bei jungen Menschen soll das Baumumarmen erfolgreich wirken. Nur ist, meiner Meinung nach, eine Umarmung ein Akt von Sekunden. Wie lange muss man denn um einen Stamm gewickelt sein, bis man eine Haltung hat wie ein Baum?

Ich muss gestehen, im vergangenen Sommer stand ich vor einem solchen und konnte mich an ihm nicht satt sehen. Bäume sind für mich etwas Magisches. Ich könnte nie in einem Haus wohnen, in dessen Nähe kein Baum steht. Bäume sind für mich die Löwen der Flora.

Nun weilte ich vor diesem Riesen und plötzlich kam mir der Gedanke, umarme ihn mal. Ich schaute mich verstohlen um. Kein Mensch in der Nähe, nur ich und der Baum waren da.  Und natürlich alle anderen Bäume im Park um uns herum.

Ich verkniff mir mein Lachen, nahm allen Mut zusammen, um die aufsteigende Peinlichkeit zu besiegen und griff zu.

Der Baum war knorrig, hart und kalt. Ich versuchte ernslich eine innere Verbindung zwischen uns aufzubauen. Schloss die Augen und versuchte dieses dämliche Lachen zu ignorieren, das in meiner Bauchgrube zu vibrieren begann.

Just in diesem Moment ertönte eine jugendliche Stimme. "Geht es Ihnen nicht gut?"

Ich löste mich, wie ein beim Naschen ertapptes Kleinkind, vom Baum und sah vor mir einen jungen Mann neben seinem Fahrrad stehen.

Der Kraftaufwand, mein Lachen zu erwürgen, die Peinlichkeit zu unterdrücken und die Ratlosigkeit musste meinem Gesicht Unheimliches angetan haben.
Der junge Mann sah erschrocken zu mir rüber.
"Kann ich irgendwie helfen?"

Ich zwang mich zu einem freundlichen: "Nein, nein, vielen Dank. Es ist alles in Ordnung."
Ich konnte es kaum erwarten, bis das Fahrrad verschwunden war und brach in ein Gelächter aus, das mir auf dem kurzen Nachhauseweg noch manchen verwunderten Blick bescherte.

Bäume sollte man nur umarmen, wenn einem der Rest der Welt richtig schnuppe ist. Ich möchte meist immer die ganze Welt umarmen.

Montag, 23. Februar 2015

Eine schöne Woche allen!

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Gedankenfäden

Spinat mit Ei. Bringt mich sonst nicht um, muss mich aber nach dem Essen ein wenig hinlegen. Und da sind sie schon wieder, die Gedankenfäden aus meinem Lebensknäuel.

Ich war mein ganzes Leben lang eine Jasagerin. Nur andere nicht verärgern, enttäuschen, beleidigen. Egal wie es mir dabei ging.

Dann haben sich bei mir auch die Jahre gewechselt und wenn das passiert, wird man, der Symptomatik wegen, gewöhnlich einem Seelenklempner empfohlen.

Bis nach sieben Jahren mein neuer Hausarzt entdeckte, dass ich keinen Seelenklempner gebraucht hätte, eher passende Blutdrucktabletten, war es schon zu spät und der besagte Klempner hatte mir schon längst eingetrichtert, dass ich eine an der Klatsche hätte. Dass ich immer nur die anderen geliebt hätte und mich selbst nicht.

So wurde ich im Laufe der Zeit tendentiös, zum egozentrisch gepolten Individuum der Gegenwart geklont, entkleidet jeder Einsicht von „liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“

Das fällt mir heute ein, das „wie dich selbst’’ und instinktiv greife ich mit der rechten Hand an meine Stirn und an die linke Gesichtshälfte und streichle sanft darüber. Hey, so schlecht ist es gar nicht. Also weiter streicheln. Mit der linken Hand und liebevoll über die rechte Gesichtshälfte, dann mit der Rechten über den linken Arm, mit der Linken über den rechten Arm und huiiii ! Ich weiß schon lange, dass ich in einem anderen Leben eine Katze war, eine ganz gewöhnliche Katze, die sich auf fremden Höfen und Wiesen herumtrieb und sich liebend gern von dreckigen Kinderhänden streicheln ließ. Im gegenwärtigen Leben kann mir auch jeder, der bei mir in besagter Hinsicht Hand anlegt, ein Stück vom Paradies schenken.

Dass die Eigentherapie recht angenehm ist, weiß ich allerdings erst seit jetzt. Aus lauter Liebe versuche ich mich auch zu umarmen und mir endlich ein Liebesgeständnis zu machen, nur die Schulterschmerzen halten mich davon ab. Ach ja, und da sind noch der Topf, die zwei Teller und zwei Löffel zu spülen. Den Geschirrspüler benutze ich nur, wenn ich Gäste habe. Um anzugeben. Also ran an die Spüle.

Während ich noch den Teller meines Mannes trockne, klingelte es. Sonja, meine Nachbarin, steht vor der Tür.
„Sag mal Lisa, kannst du mal meinen Fernseher angucken? Der funktioniert wieder nicht.“

Vielleicht wird mir doch postum irgendwer eine Gedenkstätte errichten. Ich bin nur froh, dass ich da nicht selbst Blumen niederlegen muss.
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Freitag, 20. Februar 2015

Schneekugel

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Schnee von gestern
in meinem Kopf
die gleichen Sternengesichter
die aufglimmern
beim leisesten Windhauch
der die Seele
durchrüttelt

sich legen
und dann
am Boden des Vergessens
wieder verstauben
bis ein Windhauch
in meiner Schneekugel
in meinem Kopf
die Seele
undsoweiter

© Lisa Nicolis
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Mittwoch, 18. Februar 2015

Dienstag, 17. Februar 2015

Montag, 16. Februar 2015

Einen schönen und friedvollen Rosenmontag!

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Sei doch, liebe Colombine,
heute grade
traurig nicht.
Jeder will heut gute Miene
sehn und nicht
dein wahr's Gesicht.
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Freitag, 13. Februar 2015

Einen schönen Valentinstag!

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Gedankenfäden

Hallo, heute ist der internationale Tag der Wasserflöhe. Nee, nee, bevor ihr jetzt eine Glückwunschmail an alle Wasserflöhe der Welt sendet, muss ich gestehen, ich habe nur geflunkert. Heute ist der internationale Tag des Radios und zugleich der internationale Tag Derer-die-einen-neuen-Namen-tragen-möchten.

Meinen herzlichen Glückwunsch an alle Radios, die nicht in meiner Nachbarschaft wohnen und an alle Leute, die jetzt anders heißen, als sie heißen.

Der eigentliche Grund, warum ich dieses Blatt voll quatsche, ist, dass ich ein wunderschönes Bild gesehen habe, auf dem ein wunderschöner Engel seine noch wunderschöneren Flügel ausbreitet und zugleich auch die Arme, um diese Kinder, ihr wisst schon, die über sieben Brücken gehen müssen, um sieben dunkle Jahre zu überstehen, zu beschützen.

Da stimmt etwas nicht. Als der liebe Gott nämlich die Wesen schuf, die Flügel haben, gab er ihnen keine Hände. Die, die Hände haben, müssen sich Flugzeuge bauen, wenn sie fliegen wollen. Wer hat dem lieben Gott nun ins Handwerk gepfuscht? Denn Engel haben scheinbar eine Extrawurst gebraten bekommen. Die haben wohlbekannterweise Flügel, wie auch Hände. Praktischer wäre es gewesen, ihnen vier Hände zu bescheren und sie mit der Lufthansa zu befördern.

Noch abstrakter ist da der Engel, der in einem prachtvollen, mit Pelz bestückten Wintermantel zu sehen ist. Ich frage mich, was soll das? Wie kann ein Engel, der einen wichtigen Auftrag bekommen hat, so schnell in einen solchen Wintermantel hinein schlüpfen? Und wie hat Versace dieses Problem gelöst? Da wo diese zwei Löcher im Mantel sind, wo normaler-weise die Arme heraushängen, wird als Verlängerung ein Ärmel angebracht. Also frieren die Arme nicht. Da wo die Flügel herausragen, gibt es nach meinem Ermessen wohl auch zwei Löcher. Da werden die Flügel durchgeschoben. Wie, ist mir ein Rätsel. Ist auch egal. Wahrscheinlich steht Raphael oben auf der Leiter und wirft den Mantel über Gabriel, der sich mit hochgestreckten Armen und Flügel auf die Löcher im Mantel konzentriert. Doof finde ich nur, auf den Flügellöchern ist keine Verlängerung, Loch bleibt Loch und am Rücken muss es scheußlich ziehen.

Und Gabriel sieht eher wie Gabriela aus. Warum der Engel immer Kleider trägt statt Hosen? Warum heißen die Engel nicht Gabriela, Michaela, Uriela, wie es lieblichen Wesen zusteht?

Naja, alles ist, wie es ist. Ändern kann man das wohl nicht. Ich gehe jetzt lieber staubsaugen. Eh, krümmelsaugen.

Mittwoch, 11. Februar 2015

Schönen Tag!

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Gedankenfäden

Laut meiner Liste im Internet ist heute der Internationale Darwin- Tag. Doch, wenn es nicht auch noch andere Listen geben würde, wäre das ein Wunder. Darüber bin ich verärgert, denn für mich persönlich gibt es heute den Tag der Teppichkrümel. Gestern war mein kleiner Enkel bei uns und heute sind diese Krümel hier.

Da fragst du dich, na und? Dein Staubsauger ist doch auch hier.

Klar, der ist hier, doch kann ich ihn nicht bedienen. Gestern hatte ich fürchterliche rechte Schulterschmerzen. Doch über Nacht hatte meine linke Schulter Schuldgefühle bekommen und von ihrer rechten Schwester einen Teil der Schmerzen übernommen. Ich sage einen Teil, denn gestern schien meine rechte Schulter höllisch zu schmerzen, während die beiderseitigen Schmerzen heute nur eine Vorstufe zur Hölle sind. Oder ich war gestern zu sehr fixiert auf meine rechte Seite und heute muss ich meine Aufmerksamkeit aufteilen, was schmerzlindernd zu sein scheint. Kurzum, staubsaugen geht heute nicht. Warum das nicht meine bessere Hälfte tun kann? Weil ich es nicht will. 

Jedes Wesen, das einen Mann zur Seite hat, muss wissen, dass Männer nicht sehen, wenn man eine neue Frisur hat, wenn man sich ein neues Kleid gekauft hat, wenn man die Möbel umgestellt hat und Männer sehen auch Krümel auf dem Teppich nicht. Staubsaugen können sie. Aber meist wird der Staub aufgesaugt, den man eh nicht sieht. Das Sichtbare bleibt für sie unsichtbar. Ein paar Dioptrien mehr auf dem Nasenbein würden das Übel auch nicht relativieren.
Männer sehen immer nur das, was auch Kurven hat. Dazu gehören auch die Möhren und Tomaten. Das führt dazu, dass Männer gerne kochen. Am Herd können sie endlich nachholen, was sie Jahrmillionen hindurch versäumt haben.

Das Einzige, was mich  persönlich dabei stört (also Männer in der Küche), sind die offenen Fragen:
1. Wie kommen die zwei Petersilienblätter und der Tomatenkern auf die entgegengesetzte Wand zum Herd, die von diesem 2,5 m entfernt ist? 
2. Wie kommt der ganze Dreck unter den kleinen Küchenschrank, der verwaist in einer Ecke steht? 
3. Und wie kommt der kaffeegetränkte gewaltige Fingerabdruck ins Innere der obersten Hängeschranktür?
Natürlich interessiert mich auch 4., 5., usw. Doch darauf kann mir selbst der liebe Gott nicht antworten, weil er auch ein Mann zu sein scheint.

Apropos, Darwin- Tag. Wenn die Männer von den Affen abstammen, müssten wir Frauen eine gaaaanz andere Herkunft haben. Außerirdische von der Venus?