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MEINE LIEBEN, ICH BIN NACH WIE VOR VON EINIGEN ERREIGNISSEN STETIG ÜBERRUMPELT UND KOMME DEN GEGENBESUCHEN KAUM NACH.
BITTE, NICHT BÖSE SEIN, WENN ICH MAL JEMANDEN VERGESSE. ES WAR KEINE ABSICHT.
MIT LIEBEN GRÜSSEN AN EUCH
eure Lisa

Donnerstag, 23. April 2015

Mittwoch, 22. April 2015

Dienstag, 21. April 2015

Montag, 20. April 2015

An meinem Seelenwall bricht so manche Welle. Schön, dass man das Klirren der Scherben nicht hört.

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Gedankenfäden
 

Es ist 7:12 Uhr.
Mein Mann ist im Krankenhaus. Die Enkelin, die bei mir geschlafen hat, geht zur Arbeit.

Ich fühle mich einsam und verlassen.
Die Stadt wird lebendig. Also öffne ich das Fenster, um dem Leben da draußen ein wenig näher zu rücken.

Was macht man, wenn man in der Hochparterre ein Fenster öffnet? Man sieht automatisch aus dem Fenster und nicht ins Zimmer zurück. Niemand würde mit dem Rücken zum Fenster dieses öffnen wollen oder können. Also öffne ich das Fenster und schaue automatisch auf die Straße.

Das Fenster ist nicht mehr das Jüngste und lässt sich immer nur mit einem gewissen Geräusch öffnen. Ein männlicher Irgendwer geht vorbei und dreht sich auf das Geräusch hin spontan um.

Jetzt darfst du raten, was er vor hat,
a) er lächelt mich an,
b) er sagt „guten Morgen, Einstein“,
c) er fragt „brauchst du einen Handwerker?“
d) er geht einfach weiter.

Egal, was du jetzt geraten hast, du kennst den Berliner nicht. Der hier gafft und dann schnautz er mich an: „Wat kieckste so blöd?“

Noch bevor ich vor lauter Betroffenheit in Ohnmacht fallen kann, schreit von der gegenüberliegenden Seite der Straße eine schrille Frauenstimme meinen Kreislauf wieder zurecht.


„Lukas, kommst du gleich zurück! Lukas! Lukas!“


Sie hat eine Leine in der Hand und in einer kleinen Entfernung vor ihr läuft etwas auf der Straße, das auch eine Ratte sein könnte. Wahrscheinlich ist es aber ein Lukas.

Kinder, ich will dem Leben ja gerne nahe sein, aber das Leben da draußen springt mich heute derart kühl und unfreundlich an, dass ich lieber in mein Innenleben zurückkehre. Und da drin herrscht noch so viel Unmut, dass ich, selbst wenn mein Mann zur Tür hereinkäme, mich momentan nicht so leicht auf egalwelchen Homosapiens einlassen könnte.

Kikilein, wo bist du?

Freitag, 17. April 2015

Mein Wennmannichtsandereszutunhatbild

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Gedankenfäden

Heute Morgen sehe ich in den Spiegel und sehe Einstein. Also nicht im Kopf, nur auf dem Kopf bin ich Einstein.

Nicht dass ich sichtbar graues Haar hätte, auch nicht so prägnante Falten, auch hängt mir die Zunge nicht aus dem Gesicht- aber ich bin Einstein!

Gewohnheitshalber nehme ich den Kamm in die Hand, will mich wehmutsvoll von meinem geniegleichen Habitus verabschieden, überlege aber- wie viele Frauen laufen hier in Berlin zu Udo Walz, um sich so eine bescheuerte Frisur zu installieren? Meine Kissen haben den perfekten Friseursalon abgegeben, ich habe mich aus eigener Kraft in Form gewäzt. Schade, das Kunstwerk zu zerstören.

Letztendlich entscheide ich mich, meinen Mann doch nicht zu Tode zu erschrecken. Schon weil Kiki, die Katze, die bei uns eine befristete Aufenthaltsgenehmigung hat, jedes Mal, wenn er kurz vor dem Einschlafen ist, zu ihm hochspringt. Dann brauche ich immer eine halbe Stunde, um ihm den Herzinfarkt auszureden. Kiki musste deswegen dran glauben. Sie heißt jetzt nicht mehr Kiki, sondern Dublödekuh.

Das war’s, denke ich. Geschichten zum Weinen könnte ich euch auch eine Menge erzählen. Nur spinnen meine Gedankenfäden diese weinerlichen Sachen lieber zu einem langen Seil, auf dem ich mich jeden Abend hoch zum lieben Gott schwinge, damit der Bescheid weiß. Mehr als meine alljährliche Rentenerhöhung bringt das auch nicht, aber gut, dass wir darüber gesprochen haben.

Ja.
Bis bald. Tschüüüüüss!

Donnerstag, 16. April 2015

Mittwoch, 15. April 2015

Nestbau

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Schwalben kommen immer wieder,
bringen Sonne, Blumen mit,
lassen sich ins Traute nieder,
zwitschern fröhlich ihre Lieder
aus dem weiß-schwarzen Habit.

Hier zuhause? Dort das Dasein?
Nest baun unter sichren Bögen?
Heimat kann nur immer da sein,
du ziehst auch nur gerne da ein,
wo die Menschen dich auch mögen.

© Lisa Nicolis
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