Dienstag, 15. April 2014

Sonntag, 13. April 2014

Eine schöne Woche euch allen!


April


Noch grüßen Wolken uns am Morgen,
doch ziehen  sie auch bald vorbei,
wir werden Götterbläue borgen
und träumen drunter in den Mai.

© Lisa Nicolis

 

Freitag, 11. April 2014

Schöngeredet

Oft bin ich nicht unterwegs mit der U-Bahn, doch heute musste es sein.

Kaum, dass ich mir einen Platz ergattert habe, fällt mir eine wunderschöne junge Frau auf, die in meiner Nähe mit einem Finger an der Haltestange hängt.
Ich kann meine Blicke nicht von ihr wenden, so ungewöhnlich schön finde ich sie.
 
Blondes Haar hat sie, Hautfarbe wie eine Fee, obwohl ich noch keine Fee erblickt habe, um das behaupten zu dürfen, und eine undefinierbare helle Augenfarbe,
die mir mal hellblau, mal golden zu sein scheint. Sowas Schönes würde man eher überirdisch nennen.

Alles an ihr, bis hin zur Kleidung ist perfekt und ich wäre das glücklichste Kind auf Erden gewesen, wenn ich keine Puppe gehabt hätte, die von Oma anno dazumal aus trockenen Maisblättern gebastelt wurde, sondern eine Barbiepuppe mit diesem Gesicht vor mir.

Den sechsten Sinn scheint sie nicht zu haben, meine Fee, denn sie fühlt mein eindringliches Gaffen nicht, wie es bei den meisten Menschen der Fall wäre. Oder sie tut nur so, als wäre ich Luft.

Und plötzlich geschieht etwas Ungeheuerliches. Eine alte Dame, die sich zum Aussteigen entscheidet, verliert durch das Rütteln des Waggons ihr Gleichgewicht und streift etwas heftig meine einmalig schöne Fee.

Die alte Dame entschuldigt sich und die Fee öffnet lächelnd den Mund und sagt:„Kein Problem!
"
 
Ich kann es nicht begreifen, wie ein Lächeln, das den meisten Mitmenschen gut steht, in diesem Gesicht alles in Frage stellt, was ich bis dahin gesehen habe.

Die fürchterlich schiefen, übereinander gewachsenen Zähne, der Ausdruck des Gesichtes, die Faltenbildung an den Mundwinkeln, die Verformung des Mundes- nicht zu fassen! Eine Grimasse!

Ich bin schockiert. Zugleich wird es mir bewusst, dass diese Frau wohl schon eine schöne Anzahl von Männern zuerst ver- und dann sehr schnell entzaubert hat. Ein solcher Widerspruch in der Mimik einer Person ist mir noch nie aufgefallen.


Si tacuisses, philosophus mansisses, sagte ein alter Römer angeblich.

Dieser Spruch fällt mir ein, obwohl es hier nicht um eine Aussage geht, die enttäuscht, sondern um den erschreckenden Gesichtsaudruck, der schlechthin über die Lippen gequollen zu sein sch
eint.

Also, schöne Fee, si tac
uisses, schöne Fee du mansisses.

Ein Mensch ist schöner, der andere weniger
schön. Das fiele mir nie ein zu kommentieren, denn keiner von uns hat sein Aussehen selbst bestellt. Hier war mir nur das Phänomen von wunderschön, zu ungewöhnlich anders aufgefallen. So sehr, dass ich es aufschreiben musste.

Jetzt gilt wohl bei sehr kritischen Lesern für mich gleichermaßen das schöne alte neulateinisierte Zitat: „Hättest du die Klappe gehalten, würde man denken, du kannst nicht nur klugscheißern“. Oder so.

Leute, herumphilosphieren, das tut doch jeder mal gelegentlich, auch wenn er kein Philosoph im akademischen Sinne ist.

Und wer weiß, möglicherweise würde mich meine Fee noch mal flashen, denn, wenn manche Frau wüsste, wer manche Frau wär, g
äb’ mache Frau, mancher Frau manchmal mehr Ehr’.

Sollte ich ihr nochmals in meinem Leben begegnen, lade ich sie zum Kaffe ein, um sicher zu gehen, dass sie nicht die Wiedergeburt von Platon ist, ich sie ruhig auf ihr u-bahnmomentstatisches Äußeres reduzieren durfte und ich kein schlechtes Gewissen haben muss wegen diesem literarischen…was auch immer es ist…


© Lisa Nicolis

Tut mir leid, mein Schatz, aber erstmal zu Penny...


Mutterliebe



In mir lacht
deine Sonne,
in mir weint
all dein Schmerz,
all dein Leid.
Und dein stetiges Werden
hüllt mich ein
wie ein wallendes Kleid.

In den
schlaflosen Nächten
bist du
mein stilles Gebet,
dessen Kraft,
dessen Ruhe
aus deinem
Hiersein geht.

© Lisa Nicolis

 

Donnerstag, 10. April 2014

Vorfreude


Mein Blick,
überhäuft noch von
Hügeln, von Pfaden
und alten Zäunen, 
doch mein Herz
schlägt schon Brücken
entlang der Wolken
zu weiten Räumen.

© Lisa Nicolis

Mittwoch, 9. April 2014

Versäumt

Vollgestellt der Tag heute
mit Stolpersteinen,
die,wenn gestern weggeräumt,
heute antiquarisch wären.
Museale Kunstwerke
wären sie,
hinter dem Panzerglas
des Vergessens,
die man mit flüchtigem
Blick streift und
die keine Wunden mehr reißen.

©Lisa Nicolis

 

Dienstag, 8. April 2014

Vertrauenssüchtig



Ihre Münder sättigen dich,
nicht ihre Taten,
das, was sie sagen,
und wie getränkt mit Süße.

Ihre Augen sprechen dich klein.
Lerne sie lesen,
höre mit dem Herzen,
lese mit deiner Seele.

©Lisa Nicolis

 

Sonntag, 6. April 2014

Die Greisin

Noch grünen die Mauern,
die mich umschließen,
die Stunden nur reifen
mich jäh.
Der Sonne Gezeiten
mich noch umfließen,
auch wenn ich ihr Glüh’n
kaum noch seh.

Die Stunden, sie werden
mich bald verschenken,
wie Wein mit
den Perlen es tut.
Die Welt wird ’ne Weile
noch an mich denken,
bis 's Vergessen sagt:
so, jetzt ist’s gut…

©Lisa Nicolis

 

Samstag, 5. April 2014

In nichts finden wir uns mehr wieder, als in unserer Hände Arbeit




Wenn die Fernen
entflammen,
Morgenstunden
ins Licht sich erheben,
dann streut Gott
selt'nen Samen
der Begabung,
auch Stein zu beleben.


© Lisa Nicolis

Herzlichen Dank, liebe Helga! Ich lasse mich gerne weiter steinigen ;-)
 

Freitag, 4. April 2014

Donnerstag, 3. April 2014

Mittwoch, 2. April 2014

Samstag, 29. März 2014

Es urknallte

Gedanken zum Bild:

Oft habe ich mich gefragt, warum der liebe Gott, oder der nicht so liebe Urknall, oder wer und was auch immer, es so eingerichtet hatte, dass Tiere nach ihrer Geburt sofort auf den eigenen Beinen stehen und von selbst zur Milchbar gehen, kriechen, sich schlängeln können. Wie praktisch!

Doch können diese Tiere nach drei Jahren auch nicht mehr, als auf ihren Beinen stehen und sich allein ernähren. Und weglaufen, wenn sie weglaufen müssen. Das ist nicht viel.

Während mein Enkel aber, der bei seinem Erscheinen auf dieser Welt, naturgemäß, nicht seine Beine benutzen konnte, mit drei Jahren schon weiß, wie er meinen PC zum Laufen bringt, wie man telefoniert, wie man Bilder schießt, wie man selbst isst und wie er mich austricksen kann, um seinen Willen durchzusetzen.

Es bleibt so, man kann nie alles haben. Das konnte selbst der liebe Urknall am eigenen Leib erfahren, bevor er knallen musste. Obwohl er sicherlich was Netteres vorhatte. Zum Beispiel, dem Menschen die Gabe zu verleihen, nach dessen Geburt gleich auf eigenen Beinen stehen oder zumindest die eigenen Windeln selbst wechseln zu können.

Und dann wurde es laut. Sehr laut. Das haben wir nun davon… Also etwas haben wir davon, aber nie alles.


© Lisa Nicolis

Kismet

Gedanken zum Bild

Seit unseren Kindestagen wissen wir, dass sich Sonne und Wolken,
Tag und Nacht und die Jahreszeiten abwechseln.
Es macht uns nicht viel aus.

Warum in aller Welt können wir das Auf und Ab des Schicksals,
das wir praktisch auch seit unseren Anfängen kennen, nicht gleich gelassen annehmen?


Vielleicht weil es noch niemandem gelungen ist für Schicksale
Kalender zu entwerfen, oder Kismetologen auszubilden, damit wir uns darauf, was uns erwartet, 

seelisch vorbereiten können. 

© Lisa Nicolis

Freitag, 28. März 2014

Schönes Wochenende!


Der Schutzengel


Ach, ist dein Herz auch noch so schwer,
ein Engel kommt sicher daher.
Und schaust du auch nicht immer hin,
er hat für dich ’ne Medizin.

© Lisa Nicolis

Mittwoch, 26. März 2014

Dienstag, 25. März 2014

Barfuß

Oh, wieder
frühlingsstille Gräser streifen,
mit nackten Füßen
kühle Heimat suchen,
wenn bunte Blüten hin zu Früchte reifen
in den Akkazien, Kastanien, Buchen.

Den Tau des Morgens
in den Poren spüren,
die Sorgen
in den Blütenstaub verstreuen
und lassen sich von lauen Lüften führen
und sich des einmaligen Lebens freuen.

© Lisa Nicolis

Montag, 24. März 2014

Wolke sein

Wolke möchte ich sein,
um mich nieder zu weinen
ins hohe Gras meiner Jugend
ins grüne Gefühl hinein,
unsterblich zu sein.

© Lisa Nicolis